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Gibt
es eigentlich noch Tipps beim Verlegen von Teppichböden,
die wir Ihnen noch nicht genannt haben?
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Der
Tipp für Sie:
von Richard A. Kille.
Berufssachverständiger
Raumausstatter-Meister
staatlich anerkannt geprüfter
Bodenleger Leiter des IFR Köln.
Nahtschnitt/Unterkantenschnitt
bei Teppichböden
Der Tipp für Sie:
Als Tufting-Teppichböden ab den 60er Jahren den
Markt eroberten, war eines der Hauptargumente
"nahtlos in einem Raum".
400 und 500 cm breite Teppichbodenbahnen machten dieses
möglich, so dass es letztlich mit ein wenig handwerklichem
Geschick für jeden möglich war, eine Teppichbodenfläche
in einem Raum zu verlegen.
Während sich an dieser Situation kaum etwas geändert
hat, zeigen heute wieder fachversierte Bodenleger ihr
handwerkliches Können dadurch, dass Bodenbeläge
nicht mit dem Ziel der "fugenlosen Verlegung"
verarbeitet werden, sondern das Know-how im Vordergrund
steht, mit handwerklicher Leistung Fußbodenflächen
zu verkleiden, die nicht so einfach, auch von handwerklich
geschickten Laien, realisierbar sind.
Teppichböden bieten demzufolge individuell grenzenlose
Möglichkeiten.
Während einerseits Teppichbodenkollektionen mit
einer Vielzahl von Standarddessins zusätzlich mit
individuell abgestimmten Bordüren nahezu endlose
Kombinationen möglich machen, besteht selbstverständlich
die Möglichkeit, eigene Designs in der Fläche
sowie als Bordüre zu entwerfen und herstellen zu
lassen.
Nachfolgend sehen Sie den individuell entwickelten "Mozart-Design-Teppichboden".
Dieser Teppichboden, der in der Konstruktion auf maximale
Strapazierfähigkeit im Objektbereich ausgelegt
ist, wurde für die Hauptflächen in einem schmutzverbergenden
Design hergestellt und zusätzlich als Bordürenware,
indem auf einer Breite von 400 cm die entwickelte Bordüre
in Längsrichtung der Bahn nebeneinander liegend
hergestellt worden ist.
Für die Verlegung der Teppichbodenflächen
wurden zunächst aus der Teppichbodenbahn die Bordüren
in der entsprechend gezeichneten Breite als Meterware
geschnitten.
Zuerst erfolgte die Verlegung/Klebung der Bordüren
auf der Grundrissfläche des Raumes entsprechend
der gewünschten Position.
Mit den geradegeschnittenen Kanten der Bordürenstreifen
lassen sich natürlich mit den ebenso geradegeschnittenen
Kanten der Teppichbodenflächen hervorragende Nähte
herstellen.
Am Ende und spätestens im Innenfeld einer rundumlaufenden
Bordüre innerhalb eines Raumes wird die innenliegende
Teppichbodenfläche an die Bordüre angeschnitten
werden müssen.
Werkzeughersteller bieten vielzählige Möglichkeiten
von Hilfsmitteln und Zubehör, um Nähte nach
unterschiedlichen Vorgehensweisen ordnungsgemäß
und fachgerecht herzustellen.
Die einfachste und mithin auch schnellste Methode ist
für den geübten/handwerklich versierten Bodenleger
der von Hand geführte Unterkantenschnitt mit dem
Teppichmesser bei Verwendung einer Bitex-Hakenklinge,
d.h. einer Klinge mit großem Haken.
Bei dem Unterkantenschnitt liegt, wie auf dem Ausschnitt
3 jpg gezeigt, der an die Bordüre anzuschneidende
Teppichboden 2 bis 4 cm locker auf der Bordüre.
Der Unterkantenschnitt erfolgt in der Form, dass die
untere Kante der Bordüre als Anschlagführung
für die Hakenklinge dient.
Der "kleine Trick" hierbei ist, dass nicht
versucht wird, das Messer/die Hakenklinge parallel/gerade
zur Kante der Bordüre zu führen, sondern das
Messer bzw. der Griff leicht schräg von der Richtung
der Bordüre weggeführt wird, während
die Federwirkung der Hakenklinge ausgenutzt wird, um
diese gegen die untere Kante der Bordüre zu drücken,
um dann das Messer zu ziehen.
Auf diese Weise ist es möglich, einen dicht geschlossenen
Anschnitt herzustellen.
Mit etwas Übung/Training ist mit der Art des Unterkantenschnitts
dem Verarbeiter auch die Möglichkeit gegeben, je
nach Wunsch die Naht so dicht zu schneiden, dass die
Schnittkanten lose aneinander liegen oder auch, wenn
gewünscht, eine Pressnaht mit ein wenig Stauch
hergestellt wird, damit eine absolut dicht geschlossene
Naht gegeben ist.
Dass sich auch ein handwerklich geschickter Laie an
solche Arbeiten herantraut, ist nicht zu erwarten.
Kunden wissen, bei handwerklichen Arbeiten dieser Art,
die "hohe Handwerkskunst" zu schätzen
und erkennen die Wertschöpfung einer individuell
gestalteten Teppichbodenfläche.
Welche Möglichkeiten des Nahtschnitts für
elastische und textile Bodenbeläge noch gegeben
sind, zeigen wir auch in Kombination der zur Verfügung
stehenden Werkzeuge und Hilfsmittel in den nächsten
CUT-Briefen.
Haben Sie einen Tipp für uns?
Wenn ja, geben Sie uns Hinweise und schicken die Informationen
an
ifr@kille-koeln.de
IFR
Sachverständigenbürogesellschaft für
Fußbodentechnik und Raumausstattung mbH
Pestalozzistraße 23
D-50767 Köln |







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