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DER KLEINE UNTERSCHIED MIT GROSSER WIRKUNG!

Die bodenlegenden Handwerks- und Gewerbezweige sind im Umgang mit Mozartklingen (Trapezklingen, Hakenklingen etc.) erfahren und schätzen den hohen und gleichbleibenden Qualitätsstandard. Hierbei werden unter anderem Qualitätsstandards und neu entwickelte Produkte im Rahmen von regionalen Projekten mit Objekteuren praxisnah getestet. Hieraus ergab sich auch der Hinweis, durch erfahrene Praktiker der dass für bestimmte, spezielle Anwendungsbereiche, optimierte Werkzeuge, das heißt Klingen, gewünscht sind. Die nach wie vor im großen Umfang, sowohl im Privat- als auch im Objektbereich eingesetzten PVC-Design- Bodenbelagelemente, stellen eine Herausforderung dar.

Mit harten Nutzschichten von bis zu 1,0 mm und manchmal 1,2 mm ausgestattet, stellen sich diese Bodenbelagmaterialien nicht selten als "Klingenfresser" dar. Sowohl homogene PVC-Bodenbeläge als auch Linoleum- und Kautschuk- Bodenbeläge sind hier eingeschlossen und je nach Dicke mitunter nur schwer zu schneiden.

Optimierung von Klingen für "Extremanwendungen"
Harte PVC-Design-Bodenbelagelemente werden überwiegend unter Verwendung eines Universalmessers und einer Trapezklinge von der Oberseite "so tief wie möglich angeschnitten" (Bild 1), in der Folge gebrochen/geknickt (Bild 2) und dann die eine oder andere Seite nach oben oder unten gehend schräg weggezogen (Bild 3).

Natürlich besteht auch die Möglichkeit eine Stanze einzusetzen, aber wie wir erfahren haben, ist das nicht der Regelfall, da der Bodenleger sich bei der zuvor dargelegten Schneidtechnik "mobiler" sieht. Harte PVC-Design-Bodenbelagelemente mit einer Trapezklinge so tief einzuschneiden, dass diese zu knicken/brechen und zu trennen sind, kostet Kraft, letztlich Energie und ist über den Arbeitstag gehend ermüdend. Das Ergebnis im Hinblick auf die Beschaffenheit der geschnittenen Kanten zeigt sich durch die "Reißtechnik" nicht immer optimal, so dass diese Technik maximal im Anschlussbereich der umliegenden Wandflächen praktizierbar ist.

Die durch die "Reißtechnik" entstehende Rauigkeit der Kante (Bild 4) führt dazu, dass im Stoßbereich aneinander grenzender Kanten deutlich sichtbar Fugen entstehen und, wenn die Trägerschicht der PVCDesign- Bodenbelagelemente andersfarbig ist, mithin zu sichtbaren Fugenabzeichnungen. Vermeidbar sind diese Kantenrauigkeiten, wenn nach dem "Anschneiden" der Platte/des Elementes (siehe nochmals Foto 1) von der Rückseite ausgehend mit einer Hakenklinge der Kunststoff- Bodenbelag durchtrennt wird, wobei der vorherige Anschnitt von der Oberseite als Führung für die Hakenklinge dient (Bild 5). Hierbei zeigt sich deutlich, dass, bedingt durch die Materialstärke einer Hakenklinge, beim Durchtrennen des harten Kunststoff-Bodenbelages ein Effekt entsteht, den wir als "Spaltkeileffekt" bezeichnen.

Auf Bild 5 ist deutlich sichtbar, dass in der Führung der oberseitig angeschnittenen PVC-Platte durch die rückseitig geführte Hakenklinge der harte Kunststoff-Bodenbelag infolge der "Keilwirkung" der Standard-Hakenklinge aufgebrochen wird und die Anwendungsart, d. h. Schneidtechnik viel Kraft kostet. Dennoch zeigt sich mit den zur Verfügung stehenden Klingen (zum Beispiel Trapezklinge Nr. 925.065 Supercut/ Hakenklinge Nr. 115.065 Supercut) ein zufriedenstellendes Schnittergebnis. Das nachfolgende Bild 6 verdeutlicht den Unterschied in der Art, dass auf der linken Seite die angeschnittene und gerissene Kante und auf der rechten Seite die von oben mit einer Trapezklinge angeschnittene und rückseitig mit einer Hakenklinge durchschnittene Bodenbelagkonstruktion bzw. die daraus resultierende Kante sichtbar ist.

Klingen für Sonderzwecke
Selbstverständlich ist es eine Herausforderung, die anwendungstechnischen Aufgabenstellungen einhergehend mit Werkzeugen bzw. wie in diesem Fall Klingen zu optimieren. Mit dem Ziel der Arbeitserleichterung durch weniger Krafteinsatz bei optimaler Schnittführung wurden Klingen entwickelt, die derzeit erprobt werden.

Trapezklingen lang, Breitschliff Nr. 976.065
Bei gleicher Anwendungstechnik wurde die Trapezklinge mit Breitschliff zum Anschneiden der harten PVCDesign- Bodenbelagelemente verwendet (Bild 7). Mit der gewohnten Kraftausübung wurde der harte PVC-Design-Bodenbelag streckenweise direkt durchgeschnitten und nicht nur angeschnitten. Der Breitschliff der Trapezklinge reduziert die "Spaltkeilwirkung", so dass der harte PVC-Bodenbelag entlang der Flanken der Klinge keine Bremseffekte/ Radierwirkungen verursacht. Die Folge ist, dass die breit geschliffene Schneide der Trapezklingen ohne besonders hohen Kraftaufwand tief in den harten PVC-Design-Bodenbelag eindringt und ein optimaler Anschnitt von der Oberseite ausgehend erfolgt (Bild 8). Wird der von der Oberseite angeschnittene, harte PVC-Design-Bodenbelag geknickt/gebrochen und entlang der Anschnittkante getrennt, zeigt sich auch keine so strukturierte und unebene Flanke wie bei der Verwendung einer handelsüblichen Trapezklinge. Diese Trapezklinge (Breitschliff) ist auch in kurzer Version gefertigt worden (Nr. 901.065).

Der kleine Unterschied mit großer Wirkung!
Der Breitschliff der Trapezklinge (Bild 7) ist nur ein kleiner Unterschied, der, wie zuvor dargelegt, große Wirkung zeigt, denn im Tageseinsatz ist nachvollziehbar der Kraftaufwand für die Bearbeitung harter PVC-Bodenbeläge geringer und so, wie bis heute reproduzierbar festgestellt, die Standzeit der Klingen bis zu 30 % höher. Komplettiert wird das Klingensortiment für diese Spezialanwendung durch eine besonders dünne Leichtschnitt- Hakenklinge (Nr. 110.030). Die Herstellung einer so dünnen Klinge in der erforderlichen Stabilität wurde durch einen besonders optimierten Werkstoff möglich. Die Folge ist, dass hier die "Spaltkeilwirkung" beim Durchtrennen eines von oben angeschnittenen, harten PVCDesign- Bodenbelages nicht entsteht. Die Hakenklinge zeigt deutlich vor der Schneide keine aufbrechende Bodenbelagkonstruktion (Bild 10) und ist ohne besonderen Kraftaufwand "wie durch Butter" durch den Belag zu ziehen.

Die Optimierung von Werkzeugen und Klingen ist nach wie vor das wichtige Thema für die bodenlegenden Handwerks- und Gewerbezweige. Bodenbeläge ändern sich und neue Herstellungstechnologien, sowohl bei textilen als auch bei elastischen Bodenbelägen, verändern die Konstruktionen und in der Folge auch den Anspruch an Schneidwerkzeuge. Ihre Meinung hierzu interessiert uns sehr, d. h. Ihre Hinweise und Vorschläge sind für uns besonders wichtig. Die Mozart AG sieht sich in Kooperation mit dem IFR Köln und Objekteuren für die Projektarbeit als "Praktiker", der Schneidwerkzeuge für "Praktiker" herstellt. Im IFR Köln werden weitergehende Versuchsreihen und Projekte, auch in Kombination mit anderen Bodenbelägen praktiziert, über die wir in der nächsten Ausgabe CUT berichten.


Haben Sie einen Tipp für uns?

Wenn ja, geben Sie uns Hinweise und schicken die Informationen an
ifr@kille-koeln.de

IFR Sachverständigenbürogesellschaft für Fußbodentechnik und Raumausstattung mbH
Pestalozzistraße 23
D-50767 Köln


Bild 1


Bild 2


Bild 3


Bild 4


Bild 5


Bild 6


Bild 7


Bild 8


Bild 9


Bild 10



 
 
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